
An der Gemeindeversammlung vom 22. Juni 2026 entscheidet Küsnacht über eine zentrale Frage der zukünftigen Entwicklung: Bleibt Wohnen in der Gemeinde für breite Bevölkerungsschichten möglich?
Die Jahresrechnung 2025 zeigt einen Ertragsüberschuss von 5.2 Mio. Franken sowie eine deutliche Budgetabweichung von 9.3 Mio. Franken. Die Gemeinde verfügt damit über eine sehr solide finanzielle Basis. Diese Stärke beruht auf den Steuerzahlungen der Bevölkerung und damit auf der gesamten Einwohner- und Wirtschaftskraft Küsnachts.
Gerade deshalb stellt sich die politische Frage, wie diese Mittel eingesetzt werden. Steuereinnahmen sind kein Selbstzweck, sondern sollen in Form von Wohnraum, Infrastruktur und sozialer Stabilität an die Bevölkerung zurückfliessen.
Der Wohnungsmarkt bleibt gleichzeitig stark angespannt. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, während Mieten und Bodenpreise weiter steigen. Für den Mittelstand, Familien und jüngere Menschen wird es zunehmend schwierig, in Küsnacht zu wohnen oder hier zu bleiben.
Ohne Gegensteuer droht eine weitere Verengung der sozialen Durchmischung. Eine Gemeinde, die sich nur noch auf sehr hohe Einkommen abstützt, verliert Vielfalt, Alltagstauglichkeit und langfristige Stabilität.
Die soziale Durchmischung ist jedoch zentral für ein funktionierendes Gemeindeleben – in den Vereinen, in der lokalen Wirtschaft und im gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Einzelinitiative setzt hier an. Sie stärkt den Anteil an preisgünstigem Wohnraum und sorgt dafür, dass ein Teil der vorhandenen Mittel gezielt in Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten investiert wird. Sie ist eine moderate, aber notwendige Weiterentwicklung der bisherigen Wohnpolitik.
Darum empfiehlt die SP Küsnacht die klare Annahme der Einzelinitiative.
Am 22. Juni 2026 an der Gemeindeversammlung: JA zur Einzelinitiative für mehr preisgünstigen Wohnraum.
Elisa Catanho / SP Küsnacht